Zu den verschiedenen Arten von Wahrsagekarten gehören auch die beliebten Kipperkarten, die Susanne Kipper im Jahre 1873 entworfen hat.Demnach tragen die beliebten Wahrsagekarten ihren Namen.
Susanne Kipper hatte das Kartenlegen mit Zigeunerkarten und Lenormandkarten von einer Zigeunerfamilie erlernt. Ihre eigenen Wahrsagekarten entwarf sie, weil in ihrer Wahlheimat Bayern, die Zigeuner mit ihren Bräuchen sehr unbeliebt waren und sie aus diesem Grund keine Zigeunerkarten bei ihren Beratungen einsetzen konnten.
Auch die französischen Lenormandkarten konnte sie nicht einsetzen, da in Deutschland gerade der deutsch-französische Krieg beendet wurde und die Franzosen nicht sehr beliebt waren. Eine andere, eher unwahrscheinliche Theorie besagt, dass sich der Name Kipperkarten aus den Begriffen Kipper und Wipper ableitet, die für Münz und Wechselbetrüger stehen. Die Abbildungen der 36 nummerierten Kipperkarten eines Decks zeigen jeweils ein Ereignis oder eine Person. Die 6 Personenkarten der Kipperkartendecks stellen Personen aus dem Umfeld dar oder stehen für charakterliche Eigenschaften. Die 30 Ereigniskarten hingegen stellen Situationen dar, in denen sich der Beratungssuchende befindet. Für Anfänger in der Kunst des Kartenlegens sind Kipperkarten nicht so gut geeignet, da die Aussagen schwieriger zu interpretieren sind, als dies beispielsweise bei Tarotkarten der Fall ist. Anders als bei anderen Arten von Wahrsagekarten lassen die Kipperkarten oft mehrere unterschiedliche Deutungen zu. Aus diesem Grund verbinden viele professionelle Kartenleger die Kipperkarten beim Karten legen in einer Kombination mit Tarotkarten.
Die ersten Kipperkarten erschienen im Jahre 1890 in München und dem Namen „Karten der berühmten Wahrsagerin Frau Kipper“ bei Matthias Seidel. Die Gestaltung der Karten ist bis heute nahezu identisch. Die Bedeutungen, Namen und Bilder sind denen der Zigeunerkarten sehr ähnlich. Weitere Auflagen der Karten folgten in den Jahren 1900 und 1910, ebenfalls von Matthias Seidlein, mit der Aufschrift „Gezeichnet und herausgegeben von F. Kipper“.
Die Rechte an den Kipperkarten gingen 1920 an das Unternehmen F.X. Schmidt und wurden fortan dort gedruckt. Aufgrund eines technischen Fehlers werden die Bilder fortan gespiegelt wiedergegeben. Vor einigen Jahren gab es eine Neuillustration bei der dieser Fehler wieder korrigiert wurde. Interessanterweise arbeiten viele Kartenleger lieber mit den seitenverkehrten Karten.

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