Bedeutung:Als Besessenheit wird in verschiedenen Kulturen ein Verhalten bezeichnet, das als „Inbesitznahme“ der betroffenen Person durch einen Gott, Dämon oder Geist gedeutet wird. Besessenheit in der Religion Im Christentum wird die Besessenheit sowohl im Alten als auch im Neuen Testament beschrieben. So beschreiben beispielsweise die Evangelien besonders viele Heilungen betroffener Personen durch Jesus Christus im Sinne einer „Austreibung“ (Exorzismus). Ursachen der Besessenheit sollen nach deren Berichten Teufelspakte, Verfluchungen und „abnormaler Sexualverkehr”, wie zum Beispiel Sodomie, sein. Die angenommene Besessenheit wird oft in vielen Religionen als Krankheits-Ursache bewertet. Daraus resultiert die Durchführung von bestimmten Ritualen, die eine „befallene“ Person von dem fremden Geist oder Wesen befreien soll, so z. B. der so genannte Exorzismus in der katholischen Kirche. In afrikanischen Kulturen bzw. daraus abstammende Religionen wie Santería, Candomblé und Voodoo, gibt es einen Zustand der künstlich herbeigeführten zeitlich begrenzten Besessenheit. Diese wird aber als positiv betrachtet, d.h. es wird mit Absicht versucht eine Besessenheit zu erreichen. Dabei sollen Götter oder die Geister Verstorbener, meist sogenannte „Ahnen“, von den menschlichen Geist Besitz ergreifen, um bestimmte Entscheidungen zu treffen, um nach Rat zu fragen oder bestimmte Situationen herbeizurufen (z. B. einen Verletzten im Stamm zu heilen). Angenommene Besessenheitsphänomene sorgen für stark kontroverse Ansichten. Sie werden zum einen von der römisch-katholischen Kirche als Beleg der Existenz dämonischer Wesen verstanden, zum anderen werden sie von Skeptikern für Symptome von psychischen Erkrankungen oder organischen Störungen (z.B. Epilepsie) gehalten.
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